Sehen wird Lauschen. Du nimmst das Bild nicht zuerst mit den Augen auf, sondern mit deinem Körper als Resonanzraum. Die Augen schließen heißt nicht verzichten, sondern tiefer stimmen. So entsteht ein Hören ohne Ton – ein Lauschen nach innen.

Setze dich vor das Bild. Bevor du hinsiehst, schließe die Augen. Höre in dich hinein. Welche Stimmung taucht auf? Welcher Ton legt sich auf deinen Körper? Öffne dann langsam die Augen. Lass das Bild Schicht für Schicht in dich hineinfallen – als würdest du es zum ersten Mal empfangen.
Führe ein Bild-Ton-Tagebuch: Notiere jedes Mal, was du „hörst“, bevor du siehst.
Mache ein Foto dazu, das diesem inneren Klang entspricht.
Achte: Welche Bilder klingen laut? Welche bleiben stumm? Welche Frequenz fühlst du als angenehm, welche als störend?
Erweitere die Übung: Beschreibe ein Bild, während deine Augen geschlossen bleiben. Nimm wahr, wie du es erinnerst – nicht, wie es tatsächlich ist.
